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Insider Tip`s Tuning des Compound-Bogen Ein ordentliche Bogentuning ist wie ein Kochrezept. Bestimmte Dinge müssen in einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt werden, sonst ist das Ergebnis nachher ungenießbar ! Außerdem braucht man zum Würzen ein gutes Fingerspitzengefühl. Die Zutaten Auszugslänge
Fensterfreiheit Nockpunkthöhe Pfeilauflagenposition Releaseauslösung Scopestellung optimieren Tillerverstellung Wheeltiming Das Rezept Zuerst: Gewünschtes Zuggewicht und Auszugslänge einstellen. Wheeltiming (erfordert den
größten Aufwand da der Bogen entspannt werden muß) Materialien : Bogenpresse oder Spannschnur Ziel : die Räder sollen absolut synchron laufen, sonst ergibt sich keine gleichmäßige Pfeilbeschleunigung, der Pfeil nimmt zusätzliche Schwingungen auf und Gruppiert wesentlich schlechter. Methode: Linie Wurfarme / Cams mit Folienstift in Ruhestellung und bei Vollauszug markieren, ggf. auch bei mehreren Positionen im Teilauszug. Wheeltiming ist in Ordnung,
wen die Markierungen bei beiden Cams gespiegelt gleich sind. Bei Fehler: Kabel auf gleiche Länge überprüfen, ggf. das längere Kabel eindrehen. Räder mit Aceton oder Alkohol säubern, erneut markieren und prüfen bis Synchronstellung erreicht ist. Mit der Bogenwaage wird jetzt das Tal optisch markiert, z.B. durch farbige Wickelungen auf den Kabeln im Bereich oberhalb des Fensters, außerhalb des Bereichs in dem sich die Kabel berühren. Diese Markierung wird zunächst für den Betrachter von der Seite vorgenommen und später den Blickwinkel des Schützen angepasst. Tiller: vom Hersteller vorgegebenen Tiller einstellen (im allgemeinen 0 Tiller) Achtung: One Cam Systeme haben erheblichen Tiller z.B. bei Jennings 14mm ), Abstand Sehne - Wurfarm oberhalb der Wurfarmtaschen mit Checker messen (Bogen dazu waagerecht halten, kein Körperkontakt zur Sehne!) Zuggewicht überprüfen und ggf. nachstellen. Nockpunkt einstellen: Rechtwinkelig zur Pfeilauflage als erste Einstellung nimmt man 90° plus Dicke des Nocks nach oben ! Bei breiter Releaseauflagefläche auch etwas mehr.
Peep-sight und evtl. Kisser anbringen, Wicklungen professorisch ! Visiermontage : Schlitten soll parallel zur Sehne verlaufen. Dabei wird jetzt schon mit der Auslegerlänge das Scope an das Auge des Schützen angepasst, dazu wird bei ausgezogenem Bogen bei entsprechenden Lichtverhältntisen und Abständen die für den Schützen angenehmste Kombination von Peep und Auslegerposition ermittelt und am Visier mit Folienschreiber markiert. Dann wird mit einer Wasserwaage die Horizontallage der Libelle im Scope justiert.
Kabelabweiser montieren: Bei handelsüblichen Kabelabweiser unter dem Griffstück in Pos. 2 Uhr leicht nach re. oben. Überprüfen ob die Kabel richtig gekreuzt sind oder ob Sie zu starken Kontakt haben . Im Zweifel alle möglichen Kombinationen ausprobieren. Pfeilauflage: Center Stellung im Fenster einstellen (Achtung: die Sehne läuft beim Compoundbogen nicht in Höhe der Mitte der Wurfarme )bei Pfeilauflagen mit variabler Federspannung , mittlere Federspannung wählen, Pfeilauflage in der Höhe so justieren, daß der aufgelegte Pfeil mittig bei
seitlichem Blick ins Fenster mittig über die Bohrung für die Pfeilauflage liegt. Mit einer kleinen Wasserwaage die Position der Pfeilauflage am Pfeil auf Höhenabweichungen überprüfen. Fensterfreiheit testen: Möglichkeit 1: Bogenfenster und Kabelabweiserspitze mit Talkumpuder oder ähnlichen einsprühen, Pfeil schießen und auf Streifspuren achten, ein Kontakt des Pfeils mit dem Bogen führt immer zu schlechten Ergebnissen. Nachteil : Berührung der Kabel durch den Pfeil kann nicht festgestellt werden. Möglichkeit 2 : Federn des Pfeils an den Außenseiten leicht
mit Lippenstift bestreichen . Pfeil schießen , Kabel und Bogenfenster auf Spuren des Lippenstifts überprüfen, Nachteil: Berührungen am Bogenfenster werden nicht gezeigt: Spuren sind schwerer zu erkennen, unvorsichtige Trainer sehen nach dem Test merkwürdig aus. Release-Auslösung einstellen: Bei fast allen Lösehilfen ist die Auslösespannung, ggf. auch der Abstand Release-Armschlaufe verstellbar - so einstellen, wie es für den Schützen bei ergonomisch korrekter Handhaltung am bequemsten ist. Papierdurchschusstest: Mit einem Meter Abstand durch ein in einen Rahmen gespanntes Papier (Zeitung o.ä.)
schießen, (dahinter muß natürlich mit mindestens einer Pfeillänge Abstand eine Scheibe stehen) Rißbild auswerten:
 | Perfektes Ergebnis Vermutlich Nockpunkt zu tief: Nockpunkt + Kisser + Peepsight in Schritten von 1-2 mm nach oben verstellen. Alternativ : Federspannung etwas erhöhen Vermutlich Nockpunkt zu hoch: Nockpunkt + Kisser +Peepsight in Schritten von 1-2 mm nach unten verstellen. Alternativ: Federspannung verringern, besteht Problem immer noch, steiferen oder kürzeren Pfeil
verwenden | |  | (selten) Vermutlich Pfeil zu steif: Schwerere Spitze oder Pfeil mit geringerem Spine verwenden Alternativ : Pfeilauflage nach links oder rechts versetzen (ausprobieren). Mögliche Ursache beim Schützen : Verkrampfte Bogenhand !! Vermutlich Pfeil zu weich: Pfeil mit höherem Spinnewert oder leichtere Spitze verwenden. Alternativ: Pfeilauflage in kleinen Schritten nach
außen versetzen. Mögliche Ursache beim Schützen: Verkrampfte Bogenhand !! Kombination mehrerer schwach ausgeprägter Fehler. Zunächst Nockpunkt korrigieren (nach unten) , später ggf. Pfeilauflage nach links. Nicht perfekte, aber akzeptable Durchschussmuster. Optimale Nockdrehung ausprobieren. Ein perfektes Ergebnis ist nicht mit jedem Bogen zu erzielen. Grundsatz: Der Papiertest ist kein Selbstzweck!! Entscheidend ist die gebündelte Gruppe in der gewünschten Entfernung. | |
Wichtig: 1. Papiertest immer mit gesamtem Zubehör und korrekter Position des Visierauslegers durchführen, jede Veränderung - auch durch lose Schrauben - kann zu anderem Schwingungsverhalten des Bogens führen. 2. Bei jeder Verstellung am Bogen, die zu deutlicher Verschlechterung des Rissbildes führt, Abstandstest erneut durchführen !! 3. Der Trainer achtet bei jedem Schuss auf den richtigen Auszug (Tal !) und sauberes Lösen. Nur extrem arbeitswütige
schrauben bei jedem Schießfehler am Bogen herum. 4. Zur Sicherheit: Jeden Test mindestens dreimal durchführen. 5. Protokoll über die durchgeführten Veränderungen führen. 6. Das Papier mit dem Rissbild wird vor jeder Verstellung ausgewechselt, gekennzeichnet und dem Protokoll beigefügt. Jetzt ist das Grobtuning des Bogens abgeschlossen, erst jetzt werden einige weitere Pfeile nach dem Muster des beim Tuning verwendeten Pfeils gekauft und gefiedert.
Feintuning: Für Schützen die FITA - Turniere mit wechselnden Entfernungen schießen muss jetzt sichergestellt werden, dass die Veränderung der Höhe des Scope keine Veränderung in der Seitenstellung des Visiers mit sich bringt. ggf. muss die Pfeilauflage in der Seite verstellt (Achtung : zurück zum Anschlagtest und zum Papiertest), oder die Höhenverstellung der Pfeilauflage etwas verkantet werden (Achtung : Libelle im Scope neu justieren !). Gelingt dies nicht, muss ein anderer Pfeil ausgewählt werden und das Grobtuning mit Anschlagtest und
Papiertest wiederholt werden. Der Schütze schießt nun Gruppen auf die gewünschte Wettkampfentfernung, hierbei sollen die Pfeile nummeriert sein. Das Ergebnis wird mit Lage der Pfeile und Nummer protokolliert, bei Ausreißern zunächst Sitz der Nocke überprüfen, dann ggf. aussondern. Sind die Pfeile( und der Schütze ) in gutem Zustand, werden Gruppen z.B. auf Pappteller geschossen, diese Pappteller werden markiert und aufbewahrt. Jetzt wird z.B. die Pfeilauflage um einen Millimeter nach links versetzt. Erneut Gruppen schießen ( z.B. 8x3 Pfeile auf 30 Meter ).
Ergebnis mit vorherigen Gruppen vergleichen. Ist das Ergebnis besser, so wird noch einen mm verstellt und der Test wiederholt, ist das Ergebnis schlechter, stellt man zunächst zurück und dann 1 mm in die andere Richtung. Grundprinzip: Die bessere Gruppe beweist die bessere Einstellung. Dieses Feintuning wird bei erheblichem Zeitaufwand mit der Federspanne und Nockhöhe wiederholt. Nur sehr gute Schützen mit sehr beständiger Form sollten noch weitergehen und ein Mikrotuning versuchen, dabei wird wie beim Feintuning das Gruppierergebnis bei unterschiedlichem Tiller , verschiedenen
Pfeilspitzengewicht, unterschiedlichem Zuggewicht und verglichen. Wichtig ist hier allein das Ergebnis, wobei natürlich optimale Wetter und Platzbedingungen sowie ein sehr beständig schießender, ausgeruhter Schütze Voraussetzung sind. 
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